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Visionär und verantwortungsbewusst – So geht Nachhaltigkeit beim WNJ-Verlag

Wenn es um Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht, liegt der Diskussionsfokus meist auf den Großkonzernen der gängigen Wirtschaftszweige – und das natürlich völlig zurecht. Da wären etwa die Verpackungsindustrie, die Automobilbranche und viele weitere. Doch hast du dir jemals darüber Gedanken gemacht, wie nachhaltig das neue Lieblingsbuch, das du in deinen Händen hältst, tatsächlich produziert wurde und welche Auswirkungen die Buchproduktion auf Mensch und Tier hat? Wir schon! Denn genau hier fängt unsere Verantwortung als Verlag an und aus Liebe zur Natur wollen wir dich nicht nur mit unseren Büchern inspirieren und begeistern, sondern auch dafür sorgen, dass sie vollkommen im Einklang mit dem Schutz der Umwelt stehen.
Wir finden: Es ist Zeit voranzugehen und neu zu denken. Genau aus diesem Grund sind wir den entscheidenden Schritt gegangen und haben unser letztes Buch »Happy Road – Dem Weg ist das Ziel egal« im Cradle to Cradle-Verfahren produzieren lassen. Außerdem sind wir seit neustem auch als »Klimaneutrales Unternehmen« zertifiziert.

Das Cradle to Cradle-Prinzip: Perfekte Kreisläufe

Übersetzt bedeutet Cradle to Cradle (C2C) »von Wiege zu Wiege« und ist ein Prinzip der perfekten Kreislaufwirtschaft, die der Chemiker und Verfahrenstechniker Michael Braungart mit dem Architekten William McDonough entwickelt hat. Das C2C-Verfahren orientiert sich am Kreislaufsystem der Natur, in dem keine ungenutzten Abfälle entstehen. Im Gegensatz dazu steht das konventionelle Produktions- und Abfallsystem, das dem Cradle to Grave-Prinzip folgt. Die Folge davon ist, dass massive Müllberge entstehen, deren jahrhundertelange Verrottung oder Verbrennung unsere Luft, Ozeane und Böden belastet. Und weil beim Cradle to Grave-Prinzip immer wieder neue Rohstoffe verwendet werden müssen, werden die endlichen Ressourcen unserer Erde stetig ausgeblutet und natürliche Lebensräume zerstört.

C2C ist also die logische Antwort auf den Hilfeschrei unserer Erde, der viel zu lange ignoriert wurde. Dabei ist das seit Ende der 90er Jahre bekannte Prinzip nicht wirklich neu, und doch so aktuell und relevant wie nie zuvor, da immer mehr Unternehmen auf eine Produktion im Sinne des C2C setzen. Konkret umgesetzt bedeutet C2C, dass ein Produktkreislauf geschaffen wird, dessen Endprodukt schadstofffrei und kompostierbar ist, damit daraus ein neues Produkt entstehen kann.

Wir umarmen zwar nicht regelmäßig Bäume, möchten unsere Wälder aber dennoch gern schützen.

C2C Produktdesign und Herstellung: Aus Vision wird Realität

Den unvermeidlichen CO2-Ausstoß kompensieren wir durch die Unterstützung von Klimaprojekten.

Welche Materialien wofür verwendet werden, richtet sich danach, um welches Produkt es sich handelt. Grundsätzlich wird dabei zwischen Verbrauchs- und Gebrauchsprodukten unterschieden. Weil Verbrauchsprodukte durch ihre Abnutzung unweigerlich in die Biosphäre gelangen, müssen die verwendeten Materialien vollständig biologisch abbaubar sein. Bei Gebrauchsprodukten verhält es sich etwas anders – diese kommen nämlich nicht immer ohne gefährliche Stoffe aus und dürfen aus diesem Grund gerade nicht in die Biosphäre gelangen. Deshalb sollen sie in technischen Kreisläufen, der sogenannten Technosphäre, endlos zirkulieren.
So wird der Abrieb eines Fahrradreifens an der Biosphäre ausgerichtet, der Rahmen dagegen nach Gesichtspunkten der Technosphäre kreiert. In der Buchbranche bedeutet C2C, dass auf Einschweißfolie verzichtet wird, Recyclingpapier oder Papier aus Grasfasern und schadstofffreie Materialien wie Klebstoff auf Wasserbasis sowie mineralölfreie Druckfarbe auf Leinölbasis verwendet werden, um die Bestandteile recyclinggerecht voneinander trennen zu können.

Neben dem Material spielt bei der Cradle to Cradle-Philosophie der Herstellungsprozess selbst ebenfalls eine entscheidende Rolle. Bei einer perfekten Umsetzung der Vision müssten alle Produkte ausschließlich in kreislauffähigen Anlagen mit erneuerbarer Energie hergestellt werden. Darüber hinaus adressiert C2C die sozialen Aspekte der Rohstoffgewinnung und Produktherstellung, sodass, konsequent weitergedacht, faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen entlang aller Wertschöpfungsketten anzustreben sind.
Auch, wenn noch nicht alle Aspekte der C2C-Vision immer und überall konsequent umgesetzt werden können – es fehlt noch an einigen politischen und juristischen Regelungen dazu – stellen bereits viele Unternehmen erfolgreich klimaneutrale oder klimapositive Produkte nach diesem Prinzip her und tun alles dafür, ihren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Wir machen dabei selbstverständlich mit!

Vermeiden, verringern, kompensieren – Wir als klimaneutrales Unternehmen

Dass wir es mit dem Respekt vor der Natur und dem Umweltschutz wirklich ernst meinen, beweisen wir nicht nur durch unsere neue Cradle to Cradle-Produktion, sondern auch durch unseren Status als frisch zertifiziertes »Klimaneutrales Unternehmen«. Um Missverständnissen gleich vorzubeugen: Jedes Unternehmen produziert CO2-Emissionen, ungeachtet dessen, wie nachhaltig und sparsam es wirtschaftet. Wirklich entscheidend ist deshalb der Umgang damit – denn in Debatten rund um die Klimakrise wird das Scheinwerferlicht völlig zurecht auf die CO2-Emissionen von Unternehmen geworfen. Jedes Unternehmen, das den Entschluss fasst, klimaneutral zu werden, darf sich zertifizieren lassen.

Für klimaneutrales Vorgehen gilt: vermeiden, verringern, kompensieren. Zunächst werden die Emissionen eines Unternehmens rechnerisch erfasst. Diese können durch Heizung, Strom, Anfahrten zu Geschäftsräumen durch Mitarbeiter, Geschäftsreisen, Papierverbrauch und vieles Weitere verursacht werden. Nach Erfassung und Analyse der Emissionen geht es nun darum zu schauen, wo Emissionen erfolgreich vermieden und reduziert werden können. Das gelingt beispielsweise durch den Umstieg auf Ökostrom und die Vermeidung von Geschäftsreisen. Alle Emissionen, die nicht vermieden werden können, werden im dritten Schritt durch bestimmte globale Klimaschutzprojekte kompensiert. Aber auch heimische Projekte, wie das Pflanzen von Bäumen, ist Teil der Kompensation.


Nun fragst du dich sicher, was wir als WNJ-Verlag aktiv tun, um unser Unternehmen klimaneutral zu führen. Wie du vielleicht schon weißt, haben wir unser Herzensprojekt, den Verlag, von unserem Wohnmobil aus gestartet. Um unserer Linie treu zu bleiben, haben wir unser Unternehmen von Anfang an ortsunabhängig aufgebaut. Konkret bedeutet das, dass alle unsere Mitarbeiter:innen von überall auf der Welt mit uns zusammenarbeiten können, sodass wir durch das digitale Arbeiten sehr viel Papier einsparen können.


Auf Anfahrten und Geschäftsreisen können wir so komplett verzichten, was ein weiterer großer Pluspunkt in Sachen CO2-Vermeidung ist. Aktuell beziehen wir Ökostrom und planen in Zukunft noch einen Schritt weiterzugehen, indem wir einen Großteil unseres Stroms mittels Solaranlagen produzieren. Trotz unseres von Haus aus recht klimafreundlichen Unternehmens, lassen sich leider nicht alle Emissionen vermeiden. Diese kompensieren wir durch die Beteiligung an Klimaschutzprojekten und gleichen dadurch auch die in der Vergangenheit nicht im C2C-Verfahren produzierten Bücher aus.

Ein kleines Schlusswort

Auch als kleiner Verlag haben wir schon eine Menge auf die Beine gestellt und brennen dafür, auch weiterhin alle Wege zu gehen, die unsere wunderschöne Erde schützen und erhalten. Mit dir, allen unseren Leser:innen und Weltverbesserern da draußen, wachsen wir über uns hinaus und werden als Verlag stetig besser. Denn eines ist sicher: »Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt zu sehen wünschen.« – Mahatma Gandhi

Autarke Selbstversorger-Gemeinschaft – Sind wir Aussteiger?

»Biotopia« nennt die derzeit zehnköpfige Hausgemeinschaft ihr Wohn- und Arbeitsprojekt. Bereits seit den 70er Jahren finden sich Menschen auf dem Reinighof im Pfälzer Wald zusammen, die nach einem Leben in Gemeinschaft suchen, nach mehr Nähe zur Natur, mehr Raum für die eigene Entfaltung und ein friedvolles Miteinander. Auch unser Autor Christian (»Holy Bearshit«) lebt seit nunmehr acht Jahren in der Hofgemeinschaft im Pfälzer Wald. Als ausgebildeter Gärtner trägt er auf einem Selbstversorgerhof natürlich zum Wesentlichen bei: Gemüse, Obst, Kräuter, Tee – und Liköre.

Eine der Leitfragen der kleinen Gemeinschaft lautet: Wie kann man so leben, dass wir den Generationen nach uns eine gesunde Erde hinterlassen? Unter diesem Gesichtspunkt ist das Leben auf dem Reinighof nicht nur weitestgehend autark, sondern natürlich auch äußerst nachhaltig und umweltbewusst. Neben dem großen Permakulturgarten, Solarstrom und einer eigenen Frischwasserquelle, an die eine Widderpumpe angeschlossen ist, die nur durch die Stoßkraft des Wassers das Haus mit Wasser versorgt, gibt es hier zum Beispiel auch eine aufwendig gebaute Pflanzenkläranlage.

Wie ein kleines Bullerbü im Pfälzer Wald.

»Aussteiger Storys – Von Menschen, die auszogen, ihren Traum zu leben«

Um auszusteigen, muss man nicht in den Dschungel oder nach Alaska auswandern – viele sogenannte »Aussteiger« leben in Deutschland in ihrer selbst geschaffenen Nische.

Viele würden die Bewohner des Reinighof wohl als Aussteiger bezeichnen. – Aber sind sie das wirklich? Sehen sie sich selbst auch so? Was macht einen Aussteiger eigentlich aus? Diesen Fragen geht Christian in seinem neuen Buch »Aussteiger Storys« nach, an dem er gerade schreibt. Dafür hat er sich diesen Sommer wieder auf Reisen begeben und ist mit seinem bunten Bus Paul durch Deutschland getourt. Paul war schon damals Christians treuer Begleiter gewesen, auf der Reise durch die Wälder Osteuropas, auf der Suche nach den letzten Bären. Die Geschichte dieser vom Zufall gesteuerten Odyssee erzählt er in seinem Buch »Holy Bearshit«. Diesmal machte er sich auf, um einige »Aussteiger« zu treffen, sie zu interviewen und zu schauen, wie sie so leben. Selbst ein Mitglied dieser Randnischen-Lebensweise kann er diesen illustren Menschen mit viel mehr Offenheit und Einfühlungsvermögen begegnen, als es ein neutraler Außenstehender könnte. Gleichzeit wird in seinen Gedanken und Beobachtungen deutlich, wie facettenreich und vielfältig das Aussteiger-Dasein doch ist!

Mit viel Charme, Witz und nicht zuletzt einer gesunden Portion Selbstironie beschreibt Christian die Lebenswelten der Menschen, die er besucht und porträtiert sie auf liebenswerte Weise. Bei aller Leichtigkeit und Lebensfreude, die seine Geschichten vermitteln, ist »Aussteiger Storys« keineswegs ein unkritisches Loblied einer naiv anmutenden Lebensweise, sondern vielmehr ein selbstreflektierendes Beobachten. Mitten auf einem dreitägigen Rainbow Festival fragt sich Christian beispielweise: „Wozu das alles? Ist das, was ich und die anderen Randnischenfreaks so tun, ein aktiver Beitrag zur Beendigung des Artensterbens oder nur sentimentaler Selbstzweck? Machen wir Träumer die Welt besser oder dient unsere Weltverbesserei nur der eigenen Extravaganz?“


Über die Autorin

Ramona Pingel

Ramona ist Co-Verlegerin des WNJ-Verlags und arbeitet außerdem als Freie Lektorin. Vor ihrer gemeinsamen Reise mit Uli lebte sie im beliebtesten Viertel Kölns, hatte einen guten Job in einem großen Verlagshaus und genoss das Leben in der Großstadt. Doch nach der Reise kam das alles nicht mehr infrage. Sie wollte unabhängig sein und näher an der Natur. Heute leben Uli und sie, zusammen mit Hund Spencer, in einem Häuschen in der Vulkaneifel, direkt am Waldrand. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Gärtnern, Yoga und Wandern.

Winter-Vanlife – Wie es wirklich ist, im Winter im Bus zu leben

Das Leben im Van ist im Sommer natürlich besonders schön und ein einzigartiges Erlebnis. Mit offener Seitentür während des gesamten Tages und den schönen Sonnenuntergängen wird Vanlife zu einem perfekten Lebensstil. Der Parkplatz direkt am Meer, das Geräusch der Wellen, ein Barbecue vor dem Van und ein Lagerfeuer in der Nacht – was gibt es Besseres? Ich war daher etwas skeptisch, als ich mich auf den Weg in den äußersten Norden Europas machte – und das im Herbst! Würde ich mich allein fühlen? Würde ich Platzangst kriegen? Würde ich ständig frieren müssen? Ängste, die in mir laut wurden, als ich meine Reise nach Norwegen begann.

Jetzt, da ich zurück in Deutschland bin, kann ich sagen, dass alle Ängste unbegründet waren. Ich habe Temperaturen von -15 bis +10, Fahrten in schneebedeckten Gebirgen und windigen Küsten, Besuche am nördlichsten Punkt Europas erlebt und bin nahezu täglich Fähre gefahren. Und es gab keinerlei Schwierigkeiten dabei! Ich habe tatsächlich jede Minute davon genossen. Auch wenn es ein Leben auf noch kleinerem Raum und noch weniger Stunden mit Tageslicht bedeutete. Die Sonne ging die meiste Zeit nicht vor 9 Uhr auf und verabschiedete sich schon wieder um 16 Uhr am Nachmittag.

Der Winter in Norwegen ist verdammt kalt! – Aber auch sehr besonders …

Eine andere Art des Vanlifes – aber kein bisschen schlechter

Es ist definitiv eine andere Art das Vanlifes, aber sie ist kein bisschen schlechter. Es ist eine gemütlichere Weise in einem Van zu leben, bei der man mehr Zeit für Indoor-Aktivitäten hat. Dazu zählen Kochen, Lesen, das Lernen eines Instruments oder Stricken. Man hat auch mehr Zeit, um Serien zu schauen oder einfach ein Buch zu lesen. Außerdem lernt man den Tag bzw. das Tageslicht sehr zu schätzen und verbringt die Stunden effektiver. Der Van fühlte sich wie eine gemütliche Höhle an und wurde noch mehr zu meinem geliebten Zuhause auf Rädern. Ich liebte es einfach. Es ist ein anderes Vanlife, aber kein Stück schlechter, als die Zeit im Sommer. Mit einer funktionierenden Heizung und etwas Motivation, den kurzen Tag bestmöglich zu nutzen, ergeben sich, meiner Meinung nach, keine Probleme.

Natürlich hat man weniger Kontakte zu anderen Vanlifern, da zum einen die Zahl der Mitreisenden sinkt und zum anderen auch diese sich mehr in das Innere des Vans zurückziehen. Jedoch ist die ruhigere Jahreszeit auch eine nette Abwechslung zum aufregenderen Sommer. Auch kältetechnisch konnte ich keinen Nachteil feststellen. Ich habe durch die gute Isolation und eine prima Standheizung nie frieren müssen. Ich hatte ein paar zusätzliche Decken dabei, um Zugluft zu vermeiden und öfter mal zwei Paar Socken an, aber das ist auch schon der einzige Unterschied zum Sommer.

Alles in allem würde ich es jedem empfehlen, der noch Bedenken gegenüber dem Leben im Van im Winter hat. Auch nicht zu verachten: die schönen Winterlandschaften!

Über die Autorin

Victoria Lommatzsch

Vicky hat ihren 30. Geburtstag zum Anlass genommen, noch mal ganz von vorn anzufangen. Sie kündigte ihren Job und kaufte sich einen Transporter, den sie »Spencer« taufte und innerhalb eines Winters selbst zu einem gemütlichen Van umbaute. In ihrem neuen rollenden Zuhause fuhr sie ein Jahr lang allein durch Europa. Mit im Gepäck: ihre große Leidenschaft für’s Kochen und eine gehörige Portion Neugier. Sie besuchte Märkte, Manufakturen, Röstereien, Käsereien, Destillerien und vieles mehr. Nahm an Kochkursen und Verkostungen teil, war hochseefischen in Norwegen und melkte Esel in den Pyrenäen, immer auf der Suche nach authentischen, regionalen Rezepten, die Abwechslung in die Camper-Küche bringen.
Inzwischen hat sie ein Café mit eigener Kaffeerösterei in Wismar eröffnet.