Monat: Februar 2018

Turku Graffiti

Turku – Wie die Partnerstadt Kölns unser Herz erobert hat

Turku ist eine Partnerstadt Kölns – Grund genug für reisende Kölner hier mal vorbeizuschauen. Tatsächlich gibt es auch einige Parallelen zwischen den beiden Städten. Zum Beispiel fließt durch beide ein Fluss im Zentrum (in Turku ist es der Aurajoki), beide haben einen Fernsehturm und einen Dom, auf den sie sehr stolz sind.

vor dem Dom
Auf den Stufen des Doms kann man prima in der Sonne sitzen und dem Treiben auf dem Domvorplatz zuschauen.

Der Dom von Turku ist das Wahrzeichen der Stadt und zugleich das bedeutendste Beispiel für mittelalterlichen Kirchenbau in ganz Finnland. Vor allem aber haben beide Städte ein sehr ausgeprägtes regionales Selbstbewusstsein, das sich zum Beispiel in einem eigenen Dialekt und Mundartprosa äußert. Turku hat eine sehr bewegte Geschichte und die Turkuer sagen, man kann kein Turkuer werden, man muss als solcher geboren sein. – Kölner, kommt euch das irgendwie bekannt vor?

Buntes Treiben auf dem Domvorplatz

Kurzum: Wir haben uns in dieser gemütlichen Studentenstadt gleich wie Zuhause gefühlt und hier ein paar sehr schöne Tage verbracht. Einen ganzen Nachmittag haben wir auf den Stufen des Doms in der Sonne gesessen und dem Treiben auf dem großen Vorplatz zugesehen. Offenbar gab es an Turkus Universität – der Abo Akademie – eine Rallye für Erstsemestler, denn den ganzen Tag zogen bunt kostümierte, auffallend übermütige anfang-zwanzig-Jährige feiernd und lachend an uns vorbei. Auf dem Domvorplatz hatten ein paar Studenten eine begehbare Camera Obscura aufgebaut, in deren Innern man auf einer großen Leinwand die Menschen auf dem Platz draußen beobachten konnte. Es wurde auch alles sehr ausführlich erklärt – leider nur auf finnisch. Aber die Bilder sprachen für sich, also haben wir einfach fleißig genickt und die Show genossen, denn Straßenkünstler hatten vor der großen Box Stellung bezogen und gaben ihre akrobatischen Fähigkeiten zum Besten.

Im Vordergrund sieht man einen kleinen Jungen, fasziniert den Seigenblasen zuguckt. Im Hintergrund sieht man Akrobaten und den Kontainer, der eine Camera Obscura ist.

Alte Markthalle im Zentrum Turkus lohnt einen Besuch

Sehenswert fanden wir im Zentrum der Stadt auch die alte Markthalle von 1896. Sie ist 118,50 Meter lang, 30 Meter breit und 13 Meter hoch und größtenteils noch originalerhalten. Im Innern der Halle befinden sich zahlreiche Verkaufsstände, die lokale Spezialitäten aus Südwest-Finnland anbieten. Neben den Lebensmittelständen gibt es hier aber auch Cafés, Restaurants, einen Friseur, Blumen- und Souvenirläden.

Schwer beeindruckend: die mittelalterliche Burg Turku

Am allermeisten beeindruckt waren wir aber von der Burg Turku. Die um 1280 gegründete Burg ist riesengroß und beherbergt das Historische Museum der Stadt Turku. Klingt jetzt erstmal nicht sehr aufregend – ist es aber! Wir waren fünf (!) Stunden in diesem größten erhaltenen mittelalterlichen Gebäude des Landes und hatten noch immer nicht alles gesehen, geschweige denn gewürdigt. Die Burg und das Museum sind so fantastisch gestaltet und renoviert, dass man kein Kind sein braucht, um von diesem Abenteuerspielplatz fasziniert zu sein. Die vielen Informationen sind so gut aufbereitet, dass einem niemals langweilig wird und man sich das Burgleben in den verschiedenen Epochen sehr plastisch vorstellen kann.

Hier ein paar Impressionen von Turku

Prima Stellplatz für unser Wohnmobil am Ufer des Aurajoki

Unser Wohnmobilstellplatz in Turku lag direkt am Fluss, in der Nähe des Hafens. Von hier konnten wir gut zu Fuß die Innenstadt erkunden und abends gemütlich am Flussufer picknicken. Sympathischer Fakt am Rand: Eine Fähre für Fußgänger und Fahrradfahrer setzt alle paar Minuten von einem Flussufer zum anderen über und ist kostenlos. Turku können wir jedem Finnlandreisenden nur wärmstens empfehlen; für uns war es der schönste Ort Finnlands.

Anschrift: Itäinen Rantakatu 72, 20810 Turku (am Fluss)

GPS-Koordinaten: 60.4377, 22.2424

Google Maps: https://goo.gl/maps/bRnVHW7SMrp

Anfahrt und Parken: Zu beiden Seiten des Flussufers des Aurajoki befinden sich kostenlose Parkplätze. Meist kann man hier 18 Stunden stehen; je näher man Richtung Innenstadt kommt, desto mehr verkürzt sich die erlaubte Parkzeit.

Warst Du auch schon mal in Turku? Wo hast Du Dein Wohnmobil abgestellt, kannst Du noch einen Stellplatz empfehlen? Was hat Dich denn besonders angesprochen in der Stadt?

Über die Autorin

Ramona Pingel

Ramona ist Co-Verlegerin des WNJ-Verlags und arbeitet außerdem als Freie Lektorin. Vor ihrer gemeinsamen Reise mit Uli lebte sie im beliebtesten Viertel Kölns, hatte einen guten Job in einem großen Verlagshaus und genoss das Leben in der Großstadt. Doch nach der Reise kam das alles nicht mehr infrage. Sie wollte unabhängig sein und näher an der Natur. Heute leben Uli und sie, zusammen mit Hund Spencer, in einem Häuschen in der Vulkaneifel, direkt am Waldrand. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Gärtnern, Yoga und Wandern.

Reisen mit Hund

Wohnmobilreisen mit Hund – Was man bei Reisen mit Vierbeinern in Europa beachten sollte

Ein ausschlaggebender Punkt, warum wir letztlich auf das Wohnmobil als Reisemittel gekommen sind, war, dass unser unser Hund Pepito natürlich auch mit auf die Reise durch Europa kommen sollte. Auf seine alten Tage erlebt Pepito jetzt nochmal ein richtiges Abenteuer, was ihn aber jung zu halten scheint. Das Wohnmobil als neues Zuhause hat er sofort aktzeptiert und überhaupt gefällt ihm das Leben unterwegs offenbar sehr gut. Das Beste an allem ist, dass wir jeden Tag 24 Stunden zusammen sein können.

Seinen Hund mit auf eine Reise durch Europa zu nehmen ist nicht sehr kompliziert. Ein paar Dinge muss man wissen und beachten und dann kann es auch schon losgehen.

Einreisebestimmungen

Innerhalb Europas gelten inzwischen einheitliche Einreisebestimmungen und hier ist das Reisen mit Hund ziemlich problemlos. Drei Punkte müssen auf jeden Fall erfüllt sein:

  • gültige Tollwutimpfung
  • der Hund muss gechipt sein, damit er identifizierbar ist
  • der Hund braucht einen EU-Heimtierausweis

Frühzeitig das Impfbuch nochmal anzuschauen macht Sinn, denn die Tollwutimpfung darf nicht innerhalb der Reisezeit ablaufen und muss vor Einreise aber auch mindestens 21 Tage her sein.

Ausführlichere Informationen zu Einreisebestimmungen innerhalb Europas findet ihr hier: https://www.travel4dogs.de/einreise.html

Für Länder außerhalb Europas am besten nochmal einzeln nachschauen oder bei der jeweiligen Botschaft nachfragen.

[su_box title=”Hörenswerter Podcast” box_color=”#afd8bc” title_color=”#676558″]Hier findet Ihr ein ausführliches Interview von unserer Freundin Anna von @bombero.travel zum Thema Reisen mit Hund: https://lifeofbalu.com/reisen-mit-hund/ [/su_box]

Mitnahme von Hunden

In den meisten Ländern gilt für Hunde eine grundsätzliche Leinenpflicht und für einige Rassen oder für bestimmte Situationen (beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln) auch eine Maulkorbpflicht.
An Stränden sind Hunde meist verboten, insbesondere in der Hochsaison. In der Nebensaison sind sie dagegen in vielen Ländern (angeleint) erlaubt oder es gibt bestimmte Strände oder Strandabschnitte, an denen Hunde willkommen sind.

Es gibt aber eben einfach viele Orte oder Einrichtungen (Museen, Restaurants, Strände) an denen wir unseren Hund nicht mitnehmen dürfen. Das kann zu einem Problem führen, denn nicht immer kann man den Hund einfach im Auto lassen. Vor allem im Sommer, bei starker Hitze, geht das nicht und wir müssen dann eben vielleicht auf den Besuch bestimmter Sehenswürdigkeiten, Museen oder Restaurants verzichten oder uns mit unserem Reisepartner absprechen und abwechseln.

Nichts zu machen: nach einer halben Stunde Gejaule und Geschrei hatte Pepito uns weichgekocht und durfte neben seinem Fahrradanhänger laufen.

Eingewöhnung

Um den Hund vor der Reise an das (temporäre) neue Zuhause zu gewöhnen, kann man ihn erstmal ganz ohne Zwang und mit offener Tür das Wohnmobil selbst entdecken lassen und ihm mit seinen vertraut riechenden Decken bereits einen Platz einrichten. Das Ganze kann man mit Leckerlies positiv verstärken. Vielleicht gibt man ihm auch schon ein paar Tage lang sein Essen im Wohnmobil. Alles, was ihm hilft, eine positive Verbindung zu dem Gefährt aufzubauen, ist sinnvoll.

Gleiches gilt übrigens auch für den Fahrradanhänger. Unser Hund ist in allem so unproblematisch gewesen, dass wir nicht damit gerechnet hatten, dass ausgerechnet der Anhänger für Stress sorgen würde. Wir hätten uns eine Menge Nerven und Gezeter ersparen können, hätten wir bereits Zuhause eine langsame Annäherung initiiert.

Sicherung während der Fahrt

In der Verkehrssicherheit gilt der Hund als Gepäckstück, das gesichert werden muss, damit es bei einem Unfall nicht zu einem gefährlichen Geschoss wird, oder während der Fahrt den Fahrer durch rumklettern ablenkt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Hund während der Fahrt zu sichern:

  • Geschirr mit Anschnallgurt (der Hund sitzt dann auf einem Sitz und wird mit eigenem Gurt festgemacht)
  • Transportbox (spezielle Hundetransportbox, die man schließen kann)
  • Netz (ein Auffangnetz verhindert, dass der Hund sich von seinem vorgesehenen Sitzplatz wegbewegen oder durch das Fahrzeug geschleudert werden kann)
Hund im Wohnmobil
Auf seinem kuscheligen Platz zwischen den Sitzbänken fühlt Pepito sich sehr wohl. Wenn wir fahren spannen wir ein Netz zum Gang hin, so dass er hier auch nicht rausrutschen kann.

So machen wir das

Wir haben unserem Hund unter dem Tisch, zwischen den Sitzbänken einen gemütlichen Schlafplatz eingerichtet, mit einer rutschfesten Unterlage. Davor, also zum Gang hin, haben wir mit Haken ein abnehmbares Netz gespannt. Das Netz soll verhindern, dass der Hund während der Fahrt durch das Fahrzeug geschleudert wird. Wir fanden, dass das für den Hund die bequemste Lösung ist, haben aber für den Fall, dass wir doch mal irgendwo sein sollten, wo das als Sicherung nicht ausreicht, noch ein Geschirr und einen Anschnallgurt dabei. Da das große Wohnmobil aber sehr ruhig und gerade auf der Straße liegt, rutscht der Hund nicht hin und her, sondern kann während der Fahrt gemütlich schlafen.

 

 

Packliste für den Hund:

  • Decken & Kissen zum Schlafen; Handtücher zum Abtrocknen
  • Anti-Ungeziefer-Mittel (gibt es natürlich auch im Ausland, aber da kann man oft nicht lesen, welche Inhaltsstoffe drin sind)
  • Shampoo (wenn er sich in eklig stinkenden Dingen wälzt, ist das im engen Wohnmobil noch weniger zu ertragen als in der Wohnung)
  • Medikamente (unser Hund benötigt beispielsweise rezeptpflichtige Herztabletten. Für unsere Reise habe ich bei meinem Tierarzt einen Jahresvorrat bestellt)
  • Schleppleine o.Ä. (um den Hund draußen mit etwas Bewegungsspielraum anbinden zu können)
  • Maulkorb (ist in vielen Ländern nicht nur für bestimmte Rassen Pflicht)
  • Anschnallgurt
  • faltbarer Wassernapf für unterwegs
  • verschließbarer kleiner Anhänger fürs Halsband, in dem man die eigene Handynummer hinterlegen kann
  • Heimtierausweis mit aktuellen Angaben zum Halter und eingetragenen Impfungen
  • evtl. Strandmuschel (spendet dem Hund Schatten und nimmt nicht viel Platz weg)
  • kompostierbare Hundekotbeutel
  • (ggf. Fahrradanhänger)

Über die Autorin

Ramona Pingel

Ramona ist Co-Verlegerin des WNJ-Verlags und arbeitet außerdem als Freie Lektorin. Vor ihrer gemeinsamen Reise mit Uli lebte sie im beliebtesten Viertel Kölns, hatte einen guten Job in einem großen Verlagshaus und genoss das Leben in der Großstadt. Doch nach der Reise kam das alles nicht mehr infrage. Sie wollte unabhängig sein und näher an der Natur. Heute leben Uli und sie, zusammen mit Hund Spencer, in einem Häuschen in der Vulkaneifel, direkt am Waldrand. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Gärtnern, Yoga und Wandern.

Palaikastro, Nestors Höhle, Voidokilia – Ein Ausflug in die Navarinobucht

Ende Januar hat unsere liebe Freundin Jessika uns für ein paar Tage auf unserem Berg besucht. Das Wetter hat sich von seiner schönsten Angeber-Seite gezeigt und so konnten wir Ausflüge machen, überhaupt ganz viel Zeit draußen in der Sonne verbringen und quatschen und uns eine schöne Zeit zusammen machen. Besonders schön war Ulis Geburtstag, an dem wir die Navarinobucht genauer erkundet haben.

Quer durch die Gialova-Lagune führt ein schmaler Landstreifen. Auf der rechten Seite liegt die Lagune, mit ihren zahlreichen Vogelarten und links zieht sich ein  langer Sandstrand, entlang der Navarinobucht.

Aus diesen Häuschen kann man unbemerkt die Flamingos beobachten. Man braucht nur ein bisschen Geduld … .

Am Ende der Straße lässt man den Wagen stehen und erklimmt über einen schmalen Fußweg den Hügel, hinauf zur Burganlage Palaikastro.

Die verfallene Festung befand sich hauptsächlich in venezianischem Besitz. Aber auch Slawen, Franken, Genuesen und Türken herrschten vorübergehend in der Burg. Man kann die zinsbewehrten Mauern besteigen und es lohnt sich auch, sich den Weg quer durch den zugewachsenen Innenhof an die Ostseite der Anlage zu bahnen.

Oben angekommen, hat man einen fantastischen Blick über die Navarinobucht, die Lagune und die Ochsenbauchbucht Voidokilia auf der einen und das offene Meer auf der anderen Seite.

Die Felswände fallen zur Bucht hin ziemlich steil ab.

Auch der Weg auf der anderen Seite wieder runter vom Burgberg hat es in sich. Er ist schmal und ziemlich steil, so dass selbst unsere kleine Bergziege Pepito ab und an nicht mehr ohne Hilfe weiterkam.

Etwa auf halber Höhe des Felshangs entdeckt man dann die Öffnung der riesigen Höhle des Nestor, die in mykenischer Zeit bewohnt war. Laut Mythologie sollen hier die Rinder des Königs Nestor untergebracht gewesen sein. Hermes soll in der Höhle die von Appollon gestohlenen Rinder geschlachtet und die aufgehängten Häute sollen sich dann in Stalaktiten verwandelt haben.

Unten angekommen haben wir Jessi natürlich noch die beeindruckende Voidokiliabucht gezeigt, bevor wir uns am Fuße des Hügels entlang auf den Weg zurück zum Auto gemacht haben.

Wieder zurück in unserer Hacienda Voidokilia, fand dieser wunderschöne Tag einen perfekten Abschluss, mit Lagerfeuer bei Sonnenuntergang.


Anschrift: Old Navarino Castle, Pylos 240 01, Griechenland

GPS-Koordinaten: 36.957969, 21.657259

Google Mapshttps://goo.gl/maps/ncAbMm7B4yq

Anfahrt und Parken: Ein kleiner kostenloser Parkplatz befindet sich am Ende der Schotterstraße des Golden Beach. Alternativ kann man auch in der Voidokiliabucht parken. Dort befindet sich auch mehr Platz zum parken. Die Zufahrt zu beiden Parkplätzen ist nicht durchgehend aspaltiert, aber mit einem Wohnmobil befahrbar.

Über die Autorin

Ramona Pingel

Ramona ist Co-Verlegerin des WNJ-Verlags und arbeitet außerdem als Freie Lektorin. Vor ihrer gemeinsamen Reise mit Uli lebte sie im beliebtesten Viertel Kölns, hatte einen guten Job in einem großen Verlagshaus und genoss das Leben in der Großstadt. Doch nach der Reise kam das alles nicht mehr infrage. Sie wollte unabhängig sein und näher an der Natur. Heute leben Uli und sie, zusammen mit Hund Spencer, in einem Häuschen in der Vulkaneifel, direkt am Waldrand. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit Gärtnern, Yoga und Wandern.